Hehre Wünsche und eine etwas herbere Wirklichkeit – Stuttgarter Nachrichten

Von Harald Beck 

Nikolaus Hepding (Zweiter von rechts) gibt Auskunft zum Bahnhof Foto: Gottfried Stoppel
Nikolaus Hepding (Zweiter von rechts) gibt Auskunft zum Bahnhof Foto: Gottfried Stoppel

Beim Besuch des Gemeinderats am Bahnhof wird klar, dass nicht alle Träume für eine schöne Station verwirklicht werden können.

Waiblingen - Der vermeintliche Schandfleck hatte sich tatsächlich einigermaßen herausgeputzt für den Besblingenuch: Just tags zuvor, so berichtete Nikolaus Hepding beim Besuch von Gemeinderäten und Vertretern des Stadtseniorenrats auf dem Waiblinger Bahnhofsvorplatz, sei die Unterführung mit großem Gerät und Hochdruck gekärchert worden: „Das sieht ordentlich aus, aber die haben uns fast die Fugen ausgerissen“, erzählte der für eine ganze Anzahl von Stationen verantwortliche Bahnhofsmanager. Und auch jene Wartepilze, deren jämmerlicher Zustand in einer der vergangenen Sitzungen des gemeinderätlichen Planungsausschusses beklagt worden war, hatten über Nacht intakte Plexiglasdächer erhalten. „Dann hat es sich ja gelohnt, dass wir hierhergekommen sind“, hieß es aus der Ratsrunde dazu.

Es wird mehr Sitzgelegenheiten geben

Wobei die Wünsche der Ratsvertreter an einen als Visitenkarte für die Kommune tauglichen Bahnhof denn doch noch etwas umfangreicher sind. Die fehlenden Sitzgelegenheiten entlang der Busbahnsteige sind eines der Themen, die den Räten unter den Nägeln brennen. Hepding bestätigte den Eindruck, dass deren Zahl in den vergangenen Jahren abgenommen habe: „Wir haben mehr abgebaut, weil sie kaputt waren, als wir wieder aufgebaut haben.“ Vandalismus sei ein großes Problem und mit ein Grund, dass nicht einmal unter den überdachten Wartepilzen, wie von Vertretern des Seniorenrats angemahnt, Sitzbänke stehen. „Die werden in der Regel dazu genutzt, draufzusteigen und von dort aus das Dach zu zerschlagen“, sagte der Bahnhofsmanager. Zusätzliche Sitzbänke an anderer Stelle werde es aber bald geben.

Aufzüge und Rolltreppen sind in der Regel ein weiteres Sorgenkind an den Bahnhöfen. „Ständig kaputt“, lautet ein Vorwurf, der nicht nur in der Runde des Planungsausschusses erschallte. Hepding widerlegte dies mit Zahlen. Bei 92, 96,5 und 98 Prozent liege die Verfügbarkeit der drei Aufzüge am Waiblinger Bahnhof. Das Ziel sei, insgesamt bei einem Wert von mindestens 95 Prozent zu landen. Dies sei in Waiblingen der Fall, stellte der Bahnhofsmanager fest und konstatierte deutliche Verbesserungen in den vergangenen Jahren. Insgesamt sei die Station im Vergleich letztlich eine recht ordentliche.

Mit dabei hatte er einen Maßnahmen- und Ideenplan für den Bahnhof. Demnach sollen – so wie die Wartepilze – auch die Kugellampen kurzfristig instand gesetzt werden. Wobei, so betonte Hepding, ein Bahnhof ausleuchtungstechnisch auch dann noch funktioniere, wenn 30 Prozent der Lampen ausfielen. Weshalb nicht jede einzelne Lampe sofort repariert werde – „außer es ist an einer Gefahrenstelle“.

Neue Dächer rund um den Bahnhof

In der zweimal jährlich grundgereinigten Unterführung sollen – zusammen mit der Stadt – die Wände künstlerisch gestaltet werden, damit sie heller wirken. Überdies gebe es konkrete Planungen für eine Erneuerung des Vordachs am Bahnhofsgebäude und der Bahnsteig-Dacheindeckungen innerhalb der nächsten beiden Jahre sowie Überlegungen , den unschönen Geldautomatencontainer mitten im Bahnhofsareal an andere Stelle zu verlegen.

Das Schlusswort von Wilfried Jasper (Demokratische Freie Bürger), der zuvor konstatiert hatte, bei bisherigen Terminen mit der Bahn sei „jede Minute verschwendet“ gewesen: „Herr Hepding, Sie sind unser neuer Hoffnungsträger, enttäuschen Sie uns nicht.“ Hepding wiederum warnte vor zu großen Erwartungen, schließlich gehe es auch um wirtschaftliche Effizienz: „Ein intensiv genutzter Bahnhof kann nicht zum Wohlfühlort werden.“

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